Melles Figuren, eher schematische Typen als diffizile Charaktere, hat Hannemann optisch mit Nerdbrille und Turnschuhen, E-Zigarette und Jojo nah am Klischee konstruiert, wohl auch, um sie zugleich gewollt cool, aber dadurch auch ein wenig lächerlich erscheinen zu lassen. Thomas Hamm gibt einen gediegenen Frank mit einfühlsamem Einschlag, dem man fast die Sorge um Klaus abnehmen möchte, bis er lapidar zugibt, mit dessen Freundin Anne geschlafen zu haben. Philipp Manuel Rothkopf spielt den Arno eindringlich impulsiv bis aggressiv, im äußerlichen Einvernehmen sein Gegenüber stets misstrauisch taxierend. Besonders gut gelingt es Tim Knapper, Klaus’ Wandel vom überspannten Exzentriker zum kühlen Kopf zu vollziehen, der die Intrigen seiner Kollegen längst durchschaut hat, und auch Marie Hackes Entwicklung der Anne von der verständnisvollen Mitstreiterin zur berechnenden Taktikerin, die eigentlich zu ihrem Freund steht und Franks und Arnos Pläne spielerisch entlarvt, ist glaubhaft.
All das ist unterhaltsam oder eben bedrückend, lässt das Publikum lachen oder verstummen. Die Regie vertraut dem Text, den Schauspielern und der Fiktion. So erweckt die Inszenierung das Stück zwar zum Leben, ohne jedoch die Effekte, die der Text hergibt, wirklich szenisch zu verstärken. Eine solide Leistung und unaufgeregte Lesart des Stückes, ja – aber auch eine Uraufführung, die eher brav bebildert.
