Vielleicht hätte es der Inszenierung auch ganz gut getan, wenn Autorin und Regisseurin nicht dieselbe gewesen wären und der Text in der Inszenierung so etwas aufgeraut worden wären. So verläuft das Ende der Titanc in Gera in recht geordneten Bahnen und gerät selten aufwühlend. Auf der Bühne von Jan Steigert dreht sich immer wieder eine schräge Plattform, die den Bug des Schiffes – oder später das sinkende Gefährt andeutet. Gespielt wird, oft von Musik an Flügel und E-Gitarre (Olav Kröger, Raphael Beil) begleitet, zwischen eingefrorenen Bildern, schwankenden Gestalten und Tanz, zuweilen in Polonaisen. In Amina Gusners Inszenierung entsteht dabei eine Revue des Todes, der es etwas an Biss fehlt. Zwar ist die Langsamkeit des Anfangs vom Ende ein Hauptmotiv des Stückes, doch bleibt die Katastrophe angesichts der nur angedeuteten Figuren etwas oberflächlich. Die meisten Akteure versuchen die mangelnde Dramatik durch laute Töne wettzumachen; dabei sind es die Zwischentöne, wie sie etwa Frank Voigtmann als launiger Spieler Benjamin Guggenheim zeigt, die dem Untergang mehr Tiefe verleihen. Auch das ironische Spiel der Toten am Ende der anderthalb Stunden ist weit ansprechender als die Abrechnung der Überlebenden, weil die Akteure hier leichter aufspielen, ohne die Schwere ihrer Rolle so zu betonen, wie es noch beim Abrutschen von der Schiffsschräge auf den todverheißenden Bühnenboden geschah.
