Yuri Englert spielt ihn mit dem nötigen leisen Zynismus, mit Menschenverachtung in den Mundwinkeln. Auf ihn würde man sich gern konzentrieren, am liebsten in einem engeren Raum, in dem er einem unangenehm nah kommen könnte. Doch der bisher in Köln glücklose Hausregisseur Rafael Sanchez sucht nicht nach solchen Irritationen, sondern hält den Text auf bequemer Distanz. Englert muss ziemlich sinnfrei ein Netz aus Fäden ziehen, während die Kampftruppe homoerotische Spiele abzieht und am Schluss dämliche blonde Ponyperücken zu eng anliegenden Ganzkörperanzügen trägt. Das Verstörungspotenzial des Stücks geht in oberflächlichen Witzeleien verloren. Was besonders schade ist, da das Schauspiel Köln mit der Ehrenmordkomödie „Habe die Ehre“ schon eine viel interessantere Expedition in die politische Inkorrektheit unternommen hat. Dazu könnte Sibylle Bergs „Viel gut essen“ eine anregende Ergänzung sein.
