Nach der Pause kommt dann durch den irren Sohn der geschwätzigen Maklerin (Jutta Richter-Haaser), den die Vorstadt-Hölle durchschauenden John Givings (Michael Pempelforth), mehr Leben und Emotion ins Nachspielen. Auch gelingt den beiden Protagonisten ein berührendes letztes Frühstück, in dem April mit der coolen Freundlichkeit einer Stewardess ihre Abschiedsvorstellung gibt und Frank wie ein verunsicherter kleiner Junge wirkt. Das lange Zeit nur dekorative große Leuchtreklameschild für die „Suburbs“, die günstig mit Zügen erreichbar seien, kommt nun in Bewegung, kippt schließlich, während sich April unter den herunterbaumelnden Lichtröhren zum Sterben legt. Umgeben wird sie von Figuren mit großen Kinderköpfen. Hier erweist sich der größte Eingriff der Leipziger „Zeiten des Aufruhrs“ in die Textvorlage als ihr größtes Plus: Der Verzicht auf die Wheeler-Kinder ist, verbunden mit den surrealen Puppenkindern am Ende, eine schlüssige Änderung, die über die Textrepetition hinaus neue Perspektiven in der Auseinandersetzung mit dem Roman aufzeigt. Über weite Strecken jedoch – auch am Schluss wird wieder brav vom Ensemble der Text mit verteilten Sprechern rezitiert – entwickelt die Inszenierung nicht annähernd eine dem grandiosen Roman vergleichbare Wucht. Gewagte Entscheidungen, wie eine Flucht nach Paris, können Hirngespinste sein; bewegendes Theater bräuchte aber mehr mutige, gewagte Entscheidungen.
