Dieser „Faust I“ ist also eine eigenwillige Mischung aus aktueller Bild- und Musikkultur mit altehrwürdigen Versen. Opern- oder operettenhaft lässt Pucher das Ungleiche hintereinander stehen bzw. verdreht es ineinander. Die Gretchenhandlung erhält so ein irreales Gepräge. Das hat seinen Reiz, im Grunde ist dieser ganze erste Teil eine merkwürdige Walpurgisnacht. Dabei ist Alexander Scheers hyper-vitaler Mephisto darstellerisch überragend. Das Geschehen auf der Bühne ist ein hochartifizielles, unterhaltsames, zuweilen anregendes Kunstspiel. Alles dreht sich, es entsteht eine interessante Faust-Version, zupackendes Theater mit Anliegen in dieser Welt sieht aber anders aus.
