So bleibt dieser gesamte Kölner “Kaufmann” ein nettes, aber auch unverbindliches Spiel. Bezeichnenderweise endet diese Inszenierung mit einem melancholischen Lied. Die schönste, weil widersprüchlichste Szene ist, wenn sich Shylocks Tochter (Julia Riedel) mit einer SS-Uniform verkleidet, während ihr Geliebter Lorenzo (Jakob Leo Stark) in das Gewand eines orthodoxen Juden schlüpft. Mehr als ein groteskes Märchen scheint der Abend aber nicht zu erzählen, die Figuren wirken auf und unter dem Steg überwiegend unterkühlt und unscharf. Weit mehr Hass und Emotion war da beim Kampf einiger durstiger Zuschauer um das Pausengetränk zu erleben.
