Dieses Bild gibt der Figur etwas Unnahbares-Mystisches. Es ist auch Sinnbild der emotionalen Versteinerung, zu der auch die Sprechweise von Friederike Pöschel beiträgt, ganz ruhig, schon immer gesagte Sätze in einer immer gleichen Welt. Aus dem überdimensionierten Berg-Rock kugelt sich gleich zu Beginn die Klara der Lotti Happle mit schwarzen Plastiksäcken heraus, aus der Geborgenheit in die Welt. Eine Geburt also? Oder nur Geborgenheit, die Klara im ganzen Stück nicht wieder findet? Lotti Happle spielt sie als ein immer aufmüpfiger werdendes Mädchen, das sich das Recht auf Selbstbestimmung erkämpft. Das Pochen auf das Bild einer anderen Welt zwingt Elis, ihren versteinerten „Rock“ zu verlassen. Auch sie entwickelt nun eine starke Emotionalität bis hin zum Tanz, um Klara bei sich zu behalten können. Aber da wirkte schon der Anton des André Rohde in diese enge Beziehung hinein, der aus der Welt des Stadt kam, ein kräftiger Bursche, ein wenig selbstverliebt, die Welt, wie sie ist, nicht wirklich wahrnehmend.
Eine besondere Rolle spielt die Musik. Hier entschied sich die Regie, alte traditionelle Gesänge aus dem Appenzell, wo der Säntis steht und die Autorin herkommt, zu nehmen, kombiniert mit einem Volksmusiker, Noldi Alder, der Traditionelles und Neues in seinen Kompositionen zusammenbringt. Der Zäuerli-Chor „Bismärkli-Schuppel“ aus Urnäsch mit seinen wunderbaren Gesängen bringt die ganze Mystik der Berge zum Ausdruck. Aber wie Mystik sich mit den Psychogramen der Figuren verbindet, bleibt leider unterbeleuchtet.
