Kai Schubert, mittlerweile fast eine Art Hausautor an den Wuppertaler Bühnen, verlinkt das sensible Thema klug, und oft beißend witzig, mit der allgemeinen Sinn- und Gesellschaftskrise. Dabei weist er die Verantwortung nicht nur „denen da oben“ zu, sondern traut sich, auch dem „normalen“ Staatsbürger wortgewaltig und charmant den Spiegel vorzuhalten. Befremdlich wirkt, abgesehen vom gelegentlich etwas wohlfeilen Humor, allein der halbgare Versuch mythischer Überformung. So hat Schubert seine Frauenfiguren mit Schicksalsbegriffen aus Aristoteles‘ Dramentheorie benannt und versucht den Lösungsversuch halbironisch zu überhöhen, indem er ihn genau eine Woche währen lässt.
Über weite Strecken führen Juliane Pempelfort, Anne-Catherine Studer, Julia Wolff und Thomas Braus die enthusiastische Orientierungslosigkeit ihrer Figuren variantenreich und bezwingend vor. Ihre locker, aber zielsicher gefügten Szenen laufen mehrfach auf Monologe zu, denen die ansonsten metiersicher und rationell inszenierende Jenke Nordalm den erspielten doppelten Boden entzieht, um den Appellcharakter zu betonen, ein Verfahren, das dem Text nicht unbedingt angemessen scheint, seine Wirkung aber kaum schmälert.
