„Der Ghetto Swinger“ lässt kalt. Wenn die Band aufgrund einer Nazi-Razzia blitzschnell von verbotenem Jazz auf harmlose Polka umschalten muss, entsteht keinerlei Spannung; als die KZ-Insassen entkräftet in Decken gehüllt erneut verlagert werden, bleibt das Publikum seltsam unberührt. Helen Schneider ist als Sängerin großartig und als Erzählerin glaubwürdig; Konstantin Moreth überzeugt in der Titelrolle mit Unbedarftheit und Optimismus der Jugend in der ersten Hälfte des Stücks, als allmählich verzweifelnder Mann verliert sich sein Spiel in Neutralität. Wirklich berührend war allein der Moment, in dem der aus Berlin angereiste, 88-jährige Coco Schumann sich von seinem Platz im Zuschauerraum erhebt.
