Schließlich verdichtet sich der Abend zu einer Science-Fiction-Geschichte. Margot Maria Rakete tritt auf, in Bühnennebel und Weltraumanzug. Der Chor spricht von einer „Astronautin der Liebe“, bejubelt sie wie eine Heilsbringerin – und geht im nächsten Moment auf Distanz, weil sie fremdartig aussieht. Eine goldene Rakete wird auf die Bühne gebracht, die Älteste aus dem Chor – eine 88-jährige Dame – setzt dem Weltraumgefährt die Spitze auf. Wohin die Reise geht, bleibt offen. „Eine Kollektivsimulation“ nennt der Sprechchor diesen seltsamen, enorm unterhaltsamen und berührenden Abend. Das ist längst kein Laienprojekt mehr, sondern eine außergewöhnliche Kunstform. Und ein Riesenerfolg – nicht nur für den Sprechchor sondern auch für das Regieteam Thorsten Bihegue, Christoph Jöde und Alexander Kerlin.
