Ofcazerek ist gut als Johnson. Er spielt dessen unsteten Charakter, mit dem man kaum sympathisieren kann, grob und ungehalten. Aus jeder noch so kleinen Bewegung und Geste spricht seine Gewaltbereitschaft und trotzdem spürt man, dass dem noch was anderes zu Grunde liegt. Johnson scheitert letztendlich nicht nur an der Grausamkeit seiner Fälle, sondern auch an seiner Unfähigkeit sich zu artikulieren. Hopkins schrieb das Stück im Jahr 1968. Eine Zeit, in der von psychologischer Hilfe für die Kriminalbeamten noch keine Rede war. Breth versucht nicht die Geschichte zu modernisieren, das Interieur und die Kostüme (Moidele Bickel) erinnern an die sechziger Jahre: die Männer tragen Anzüge in verstaubten Farben, die Frau taucht im blauen, knöchellangen Morgenrock auf.
Auch das Bühnenbild von Martin Zehetgruber lässt die Rohheit und Verlorenheit des Polizisten, der unter großem Druck steht, immer augenscheinlicher werden. Das Wohnzimmer vom Anfang, ist wie ein Vorbote auf das, was wir zum Schluss erfahren werden. Der Einbauschrank ist vollgestellt mit den Porzellanfiguren hunderter Mädchen, eine dieser „niedlichen Scheiß-Porzellan-Tussis“ wird Johnson im Rausch zerschlagen.
Am Ende sind die Wände nur noch roh und unverputzt. Die Bühne ist kahl, da wo verhört wird, stehen lediglich ein Tisch und zwei Stühle. Im blauen Anzug sitzt Baxter (August Diehl) da, die protzige Armbanduhr am Handgelenk. Diehl spielt ihn als deutlich Nervösen: Er streicht sich die Haare nach hinten, zittert und schwitzt. In diesem letzten Akt ist in allem die Grenzüberschreitung zu spüren, die Gewaltbereitschaft in Johnson Körper offenbart sich hier. Er wird emotional und haltlos. Er zerquetscht dem Verdächtigen die Hand, er geht ihm an die Gurgel, er schlägt ihm den Mund blutig. Zum Schluss ist da so was wie Johnsons Beichte. Nicht der Verhörte gesteht, sondern der Polizist beichtet ihm von seinen dreckigen Gedanken und sexuellen Fantasien. Auch deshalb muss der vermeintliche Täter sterben, egal ob er nun schuldig war oder nicht. Ein lautes Knacksen setzt dem Ganzen ein Ende. Johnson hat Baxter den Kopf zertreten. Er hat dem Druck nicht standgehalten.
