Vor einem Jahr trafen sich Schauspielstudierende, Vertreter: innen der Hochschulen und Theaterintendant:innen in der Evangelischen Akademie Hofgeismar, um über Versäumnisse und Ziele der Zusammenarbeit zu beraten. Aus dem Austausch entstand ein gemeinsames Thesenpapier – doch der Gesprächsbedarf ist damit nicht erschöpft. Schauspielstudent Pierre Ivo Hase, die Berufseinsteigerin Sonia Glade, Schauburg-Intendantin Andrea Gronemeyer und die Frankfurter Schauspielprofessorin Marion Tiedtke betonen unisono: Der Dialog zwischen Bühnen und Ausbildungsstätten muss weitergehen. Denn die Sorgen des Nachwuchses angesichts zunehmend prekärer Arbeitsbedingungen sind groß.

DIE DEUTSCHE BÜHNE Marion Tiedtke, der gemeinsame Dialog mit den Theatern über die Ausbildung geht ja auf ein Unwohlsein über die Entfremdung zwischen Theaterleitungen und Studierenden zurück. Wie ist es zu diesem ausgeprägten Missverstehen beider Seiten gekommen?
Schauspielprofessorin Marion Tiedtke Es gibt schon länger Vorurteile übereinander. So hört man immer wieder von Theaterseite, wer in der Ausbildung tätig ist, der habe es im Beruf halt nicht geschafft. Umgekehrt fragen einige Lehrende, ob die Theater überhaupt die Veränderungen bei der jüngeren Generation wahrnehmen. Die Studierenden haben in den letzten Jahren kritisch gefragt, welches Handwerk wir noch brauchen und wie wir im Theater auf die Machtverhältnisse in der Gesellschaft reagieren. All diese Debatten konnte man nicht mehr unter den Tisch kehren.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Wie hat sich diese Entwicklung aus Theatersicht dargestellt, Andrea Gronemeyer?
Intendantin Andrea Gronemeyer Im Theater führen wir intensiv eine Transformationsdebatte. Dass man Machtstrukturen infrage stellt, ist vor allem durch die jüngere Generation in die Theater hineingekommen. Viele Menschen in den Theatern begrüßen diese Veränderungen, es löst aber auch Ängste aus, führt zu Sorgen und Vorurteilen. Nun entsteht zusätzlich Druck auf die Struktur durch die Kürzungsdebatten.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Haben die Theater bei Ihrem Treffen in Hofgeismar vor einem Jahr auch Fragen oder Wünsche gegenüber den Hochschulen formuliert?

Die Gesprächsrunde in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Foto: Andreas Etter
Andrea Gronemeyer Wir haben schon gefragt, wie die Realität des Theaters stärker in die Hochschulen kommen kann. Ich bin aber auch immer noch neugierig, was die Studierenden bewegt. Und das ist wichtig, weil die Theater gemeinsam mit ihnen die Zukunft entwickeln müssen.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Sonia Glade und Pierre Ivo Hase, was war für Sie die Motivation, in Hofgeismar ins Gespräch mit den Theaterleiter:innen zu kommen?
Schauspielerin Sonia Glahe Wir haben eine große Liebe und Begeisterung für diese Kunstform. Ich persönlich habe ein riesiges Interesse daran, den Beruf so zu gestalten, dass er eine gesellschaftliche Relevanz hat und dass er zukunftsfähig ist.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Hatten Sie dann den Eindruck, dass die Erwartungen der Theater danebenliegen?
Sonia Glade In Hofgeismar hatte ich das Gefühl, dass vonseiten der Theater alles gleichzeitig gesucht wird: Menschen, die singen können und tanzen und vor tausend Menschen sprechen; sowohl die Fähigkeit, versgebundene Sprache zu rezitieren, als auch die Möglichkeit, performativ unterwegs zu sein. Ich verstehe, dass die Anforderungen am Stadttheater breit sind, weil man für ein breites Publikum spielt. Aber das ist eine große Herausforderung, auch für die Ausbildung. Dieser Beruf hat eine riesige Bandbreite. Da stoßen auch die Schulen an die Grenzen ihrer Kapazitäten.

Schauspielerin Sonia Glade. Foto: Andreas Etter
Schauspielstudent Pierre Ivo Hase Man ist im Studium oft mit der Frage konfrontiert, ob das gut ist, was man gerade macht. Ist es cool oder veraltet? Was brauche ich unbedingt, und was ist mein spezielles Talent?
Marion Tiedtke Die Ensembles sind in den letzten 20 Jahren an den Theatern kleiner geworden. Deswegen suchen die Theaterleiter:innen verstärkt nach neuen Ensemblemitgliedern, die möglichst vieles können. Da bleibt wenig Raum für spezielle Spielerpersönlichkeiten.
Andrea Gronemeyer Die Vielfalt an Formaten verursacht auch an den Theatern Stress. Gerade die kleinen Bühnen müssen verschiedene Dinge anbieten, um das Publikum bei der Stange zu halten beziehungsweise zu gewinnen, das ältere wie das jüngere.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Wir sprechen also von einer strukturell- organisatorischen Frage für die Theater und damit auch für die Ausbildungsinstitutionen, aber auch von einer ästhetischen. Es haben sich vielfältige Spielstile etabliert. Wie sieht beziehungsweise sah es denn bei Ihnen in der Ausbildung aus?
Pierre Ivo Hase Der Studienverlaufplan versucht, alles so gut wie möglich abzudecken. Vor drei Jahren gab es in Hamburg eine Studiengangreform, neue Module wie Autor:innenschaft und eigene Arbeiten kamen dazu. Es ist ein ewiges Spiel damit, dass man von allem etwas bekommt, aber nie genug von dem, was man richtig will.
Sonia Glade Das habe ich ähnlich erlebt in Hannover. Es gab den Versuch, möglichst alles gemacht zu haben, vieles anzubieten. Ich habe das einerseits genossen, weil es auch eine große Chance ist. Andererseits geht die schiere Masse an Angebot irgendwann zulasten der Qualität, weil ich nach elf Stunden nicht mehr aufnahmefähig bin und nicht mehr in der Lage, kreativ zu arbeiten.
Marion Tiedtke Du bist ja jetzt im Erstengagement. Wie ist es dir ergangen? Hast du Erfahrungen gemacht, die du aus dem Studium kommend nie erwartet hättest? Fühlst du dich gut vorbereitet?

Schauspielpropfessorin Marion Tiedtke. Foto: Andreas Etter
Sonia Glade Auf die Vorsprechsituation und auf die Jobsuche habe ich mich wenig vorbereitet gefühlt. Im Handwerklichen, Schauspielerischen habe ich mich dagegen sicher gefühlt. Unsere Schule hat auch Kooperationsmodelle mit Theatern. Alle an unserer Schule haben eine Produktion am Theater gemacht. In den sechs Wochen am Staatstheater Kassel habe ich, gefühlt, so viel gelernt wie in den vorangegangenen zwei Jahren des Studiums. Es war augenöffnend, mit den erfahrenen Schauspieler:innen in Kontakt zu kommen und mit dem Publikum, auf verschiedenen Bühnen zu stehen und nicht immer nur auf der eigenen kleinen Studiobühne. Das war teils überfordernd, hat mich aber sehr gut fürs Erstengagement vorbereitet.
Pierre Ivo Hase Bei uns an der Hochschule gibt es kein Studiomodell. Der Apparat Theater ist für mich noch fremd. Ich bin gespannt, wie es wird, da reinzufinden. Das wird schon deutlich anders werden als der wohlbehütete Raum der Ausbildung.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Wie könnte der Übergang von der Schule ins Theater verändert und damit verbessert werden?
Marion Tiedtke Zehn der 19 Schulen in der Ständigen Konferenz Schauspiel (SKS) haben Kooperationen oder Studiomodelle mit den Theatern. Sie helfen beim Übergang in den Beruf. Bei uns in Frankfurt sind die Studierenden im dritten Jahr an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern der Hessischen Theaterakademie engagiert. Danach entwickeln sie auf einer dieser Bühnen ihre Studiojahrproduktion wie eine Repertoirevorstellung. Das ist umso wichtiger, weil wir hier keine eigene Studiobühne, sondern nur Proberäume haben.
Andrea Gronemeyer Wir sollten über verschiedene Arten von Studiomodellen nachdenken. Mehr duale Studiengänge anzubieten, wäre ein interessanter Weg. Es ist für das Miteinander und gegenseitige Verstehen wichtig, dass man sich früher begegnet. Wobei die Studierenden nicht als billige Arbeitskräfte verheizt werden dürfen.

Intendantin der Schauburg München Andrea Gronemeyer. Foto: Andreas Etter
Marion Tiedtke Sollten die Schulen mehr Mut zum Streichen von Inhalten zeigen?
Pierre Ivo Hase Ein erweiterbares Grundstudium wäre der bessere Weg für die Ausbildung, als von vornherein Inhalte zu streichen. Weil ich vor dem Studium die Dinge noch gar nicht genau kenne.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Im Zentrum des Thesenpapiers aus Hofgeismar stehen die Inhalte der Ausbildung. Dabei werden mehr Fragen als Antworten formuliert. Wäre da nicht eine Weiterentwicklung sinnvoll?
Pierre Ivo Hase Es ist gut, dass das Treffen in Hofgeismar stattgefunden hat und dass sich etwas bewegt. Das Thesenpapier ist als Festhalten der Fragen gut. Es ist aber wichtig, dass man gemeinsam weiter nach Wegen sucht. Der Wunsch nach mehr Diversität in den Ensembles ist einfach zu formulieren, aber wie er sich umsetzen lässt, ist schwierig.
Marion Tiedtke Ich denke, es ist gut, diese Fragen zu stellen. Die Erwartungen an den Beruf sind in ständigem Wandel: durch Entwicklungen bei den digitalen Medien oder dadurch, dass wir andere Communitys einbinden möchten. Wir sollten mindestens alle zwei Jahre in den regelmäßigen Austausch kommen und uns fragen: Wie muss sich das Theater verändern, welche neuen Formen beinhaltet das, und welche Herausforderung stellt das für die Schulen dar?
Andrea Gronemeyer Im Thesenpapier sprechen wir ja von Grundkompetenzen, die alle brauchen, das sollten wir vielleicht noch einmal genauer definieren. Zum Gefühl der Überforderung in der Ausbildung: Ich glaube nicht, dass alle alles können müssen. Ich würde mich als Studierender in der Ausbildung – nach einem Grundstudium – vor allem auf meine Stärken fokussieren. Nur wo ich schon stark bin, kann ich durch die Ausbildung auch die Exzellenz erlangen, die letztlich den Ausschlag für ein Engagement gibt. Dass man alles lernen oder alles ausbilden könnte, ist doch ohnehin Illusion.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Der Vorschlag ist, erst ein vergleichbares Grundstudium anzubieten an allen Hochschulen und dann im zweiten Teil eine Spezialisierung, mit freier Wahl der Hochschule?
Pierre Ivo Hase Es geht im Studium viel darum, an den Schwächen zu arbeiten, weil die Stärken ja schon da sind. Es wäre super, wenn man drei Jahre Bachelor macht und dann ein Jahr Master, vielleicht an einem anderen Ort. Aber die Arbeitsmarktlage ist für uns prekär. Wir gehen auf das zentrale Abschlussvorsprechen zu und haben alle Sorge, dass wir überhaupt irgendetwas bekommen. Angesichts der Kürzungen habe ich manchmal eher das Gefühl, die Theater wollen Künstler loswerden statt neue dazubekommen.
Andrea Gronemeyer Kein Theater will seine Künstler loswerden. Wir arbeiten im strukturellen Transformationsprozess daran, gerade das nicht zu tun, nicht ausgerechet die Kunst wegzusparen. Wenn wir keine herausragende Kunst mehr produzieren, dann braucht es uns auch nicht.
Sonia Glade Das beruhigt mich zu hören. Während der Jobsuche fühlt sich das aber oft nicht so an. Einerseits werden freie Stellen kaum offiziell ausgeschrieben, andererseits werden dann Initiativbewerbungen selten beantwortet, weil bei den Theatern einfach zu viele eingehen – wenn wir in dieser Angelegenheit transparenter miteinander wären, könnte beiden Parteien das Leben leichter gemacht werden. Und dahinter steht für uns ja ein existenzieller Druck. Ich habe etwas gelernt und möchte davon auch leben können. Deswegen versuche ich, mich breit aufzustellen, um die Chance zu haben, überhaupt ein Engagement zu finden.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Frau Tiedtke, hat sich das Verhältnis Selbstverwirklichung versus Handwerk in der Ausbildung verschoben? Ich habe schon das Gefühl, dass die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei Studierenden vor zwei oder drei Jahren noch größer war, sie selbstbewusster waren.
Marion Tiedtke Das würde ich bestätigen. Der Mut, etwas Eigenes zu machen oder in die freie Szene zu gehen, hat abgenommen. Durch die Kürzungen, durch die Inflation, auch durch die erhöhte Mindestgage. Es ist eine Situation entstanden, die panisch auf den Arbeitsmarkt blicken lässt.
Andrea Gronemeyer Aber die Zusammenarbeit innerhalb der Theater hat sich bereits verändert. Die jungen Leute, die zu uns kommen, bringen stärker als früher eigene Ideen und Perspektiven ein. Auch in diesem Gespräch bin ich dankbar, dass ich von euch, Sonia und Pierre Ivo, lernen kann, welche Sorge euch umtreibt. Die werden wir aber nicht durch die Ausbildung beseitigen können. Wir haben eine Finanzierungskrise und müssen nun klug wirtschaften und umstrukturieren. Ich bin dennoch optimistisch: Unsere Kunstform ist immer schon fragil, und wir müssen Tag für Tag auf alles Mögliche flexibel reagieren. Wir sind geübt in kreativer Lösungsfindung. Das Theater geht noch lange nicht unter.
Sonia Glade Ich glaube auch nicht, dass die Theater oder Theaterleitungen mich nicht wollen. Das Problem ist ein politisches und finanzielles. Deswegen sollten wir uns zusammentun als gesamter Theaterbetrieb. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Finanzierung zwar gut, aber Kürzungen sind verhängnisvoll. Ich kann auch Leute verstehen, die sagen, auf keinen Fall will ich ans Stadt- und Staatstheater, das ist nicht mein Ort. Ich kann das nachvollziehen, weil die hierarchische Struktur und die Arbeitsbedingungen Grundlage für missbräuchliches Verhalten schaffen.
Andrea Gronemeyer Hierarchie macht als eine Form der Arbeitsteilung Sinn. In einem großen Betrieb muss es unterschiedliche Ebenen und Ansprechpartner geben. Es gibt keine machtfreien, sondern bestenfalls machtsensible Räume. Und in diesem Punkt sind wir in den letzten Jahren sehr viel weitergekommen.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Das Problem der Kürzungen betrifft auch Hochschulen, Frau Tiedtke?
Marion Tiedtke Wir sollen in Hessen zehn Prozent des Etats kürzen, was bedeutet, das auch Stellen eingespart werden müssen. Es droht, dass Professuren wie meine nicht mehr nachbesetzt werden.
Pierre Ivo Hase Jetzt hat man schon den Eindruck bei uns, dass die Stelle für Koordination mit 20 Stunden zu klein ist. Wenn davon etwas gekürzt würde, bricht Chaos aus.

Schauspielstudent Pierre Ivo Hase. Foto: Andreas Etter
Sonia Glade Womit wir wieder beim Konkurrenzdruck wären. Weil man sich fragt, was machen die anderen an den anderen Schulen. Es ist schade, da ich im Theater eigentlich in ein Miteinander gehen will. Statt sich zu ergänzen, fragt man sich immer, kann ich mithalten?
DIE DEUTSCHE BÜHNE Müssten die Schulen nicht eigentlich weniger Menschen ausbilden, wenn die Theater eher kleiner werden?
Marion Tiedtke Das ist die Gretchenfrage, die wir schon einmal in Coronazeiten während einer Ständigen Konferenz Schauspiel gestellt haben. In Frankfurt sind es acht Studierende pro Jahrgang, mit weniger kann man den Ensemblegedanken gar nicht mehr bedienen. Es gibt aber viele Schulen mit größeren Jahrgängen. Ich möchte darüber nicht urteilen, das steht mir nicht zu.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Was sollte sich an der Ausbildung und am Übergang von der Ausbildung in die Praxis denn ändern? Was sind da Ihre Vorschläge?
Andrea Gronemeyer Das Vorsprechen und die damit verbundenen Ängste war in Hofgeismar ein großes Thema. Dabei wissen viele Theater die zentralen Vorsprechen sehr zu schätzen und schicken ihre Scouts. Eine nachvollziehbare Forderung der Studierenden war die nach mehr Begegnung auf Augenhöhe, zum Beispiel dass auch die Theater sich vorstellen.
Sonia Glade Die Begeisterung der Intendant: innen für die zentralen Vorsprechen überträgt sich nicht. Für uns ist es mit Frust verbunden, wenn es bei manchen Schulen voll ist, bei anderen nicht. Die Wahl der Schule, die ja nur sehr bedingt eine Wahl für uns ist, ist ein erster vorentscheidender Schritt im Berufsleben. Und sollte es nicht eigentlich ganz verschiedene Wege in den Beruf geben? Diese Offenheit für unterschiedliche Biografien würde ich mir wünschen.
Pierre Ivo Hase Für mich steht das Vorsprechen ja noch bevor. Das ist die eine große Chance, und zugleich scheint es in den letzten Jahren immer häufiger mit Enttäuschungen verbunden zu sein. Und wenn dann Gerüchte rumgehen, dass das zentrale Vorsprechen abgeschafft werden soll, sorgt das für Unsicherheit.
Sonia Glade Ich finde solche Gerüchte bezeichnend. Ich hatte während des Studiums immer das Gefühl, es wird mehr über uns gesprochen als mit uns. Hierarchie mag eine Frage der Sortierung eines komplexen Systems sein. Aber ich musste als erwachsene Person stark um Informationen kämpfen, die meine eigene Zukunft betreffen. Deswegen fand ich das Treffen in Hofgeismar so toll, weil ich Gelegenheit hatte, meine Perspektive einzubringen. Ich würde mir wünschen, dass das fortgeführt wird, mit einer starken Beteiligung der Studierenden selbst, nicht nur der Schulen als Stellvertreter.
DIE DEUTSCHE BÜHNE Es scheint – um zum Anfang zurückzukommen –, dass vor dem Dialog in Hofgeismar einiges im Argen lag. Dass Theater und Hochschulen nebeneinanderher gearbeitet haben.
Andrea Gronemeyer Ich beobachte eine positive Entwicklung, nicht nur im Dialog zwischen Theatern und Hochschulen. Es gibt insgesamt mehr Partizipation an den Theatern. Das ist für alle anstrengend, aber auch sehr fruchtbar. Wir sind jetzt in einer Zeit, wo vieles auf den Tisch kommt, und es wird viel mehr auf Augenhöhe verhandelt. Verglichen mit meiner Anfangszeit am Theater hat sich wahnsinnig viel getan.
Sonia Glade Partizipative Elemente sollten auch im Studium eine größere Rolle spielen. Als Ausbildung für ein Theater, das im Austausch mit der Umwelt und der Stadt steht.