Zur Qualität des gut zweistündigen Abends trägt aber auch die Musik Nino Rotas für seine 1968 in Neapel uraufgeführte Oper bei. Der Film-Komponist (Fellini-Filme, „Der Pate“) kommt ohne folkloristische Anklänge aus, schafft mit Bläsern und Schlagwerk unheilvolle Atmosphäre (manchmal bedrohlicher als die Szene selbst), mit lieblichen Flöten und Chorgesang den heiteren Kontrast. Wenn Aladin auf der Suche nach seiner Prinzessin verzweifelt, tut es das Orchester noch viel mehr. Und als aus Nebel und Blitzen Geister erscheinen und Hall-Stimmen erklingen, setzen schroffe Bläser den Akzent dazu. Das Gewandhausorchester unter Leitung von Johannes Pell lässt all diese Facetten leuchten, zur Märchen-Atmosphäre werden, in der auch die Sänger gut aufgehoben sind, allen voran Rodrigo Porras Garulo als Aladin und Sandra Janke als seine Mutter. Und bevor es zum Happy End unterm Sternenhimmel kommt, gibt es mit dem Fliegenden Teppich und einem Pailletten-Kamel für die Jüngsten noch was zum Staunen.
