Die Szenen, Bilder heißen „Kissing Zone – Kuss-Zone; Verabschiedung vor der Reise“, „Information Overload – Informationsüberfluss“ oder „Cleaners Lament – Das Reinigungskommando weckt die wartenden Passagiere“, sie gehen, fließen ineinander über, bleiben aber einzelne Momentaufnahmen. Wenn der erwartete Flug abgesagt wird, greifen alle zum Handy, werden SMS eingeblendet. Wenn die Passagiere nach der Not-Übernachtung am Flughafen geweckt werden, gibt es eine lange Szene mit Waschritualen und Geräuschen: Das Pfft der Deos, das Schrubben der Zähne, Gähnen. Und natürlich werden Flieger-Figuren getanzt.
Die Musik, die Tom Hodge mit diesem seinem ersten großen Orchesterwerk dazu komponiert hat, nimmt oft sinfonisch weitschwingend die Tanzbewegungen auf oder stößt sie an; die Klänge können aber auch mit Bläsern und Schlagwerk sehr rhythmisch und treibend sein. Eingängig, oft gefällig ist diese Musik, die das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Thomas Wicklein dem Tanz angemessen unterlegt. Nur manchmal, so am Schluß, als der Flug endlich losgeht, macht die Musik mehr Welle, als es das Stück hergibt. Denn zwingend ist das alles nicht, ist viel Tanz mit wenig Handlung, es bleibt 90 Minuten lang bei freundlichen bis komischen Episoden vom Verrinnen der Zeit.
