Mit diesen Figuren erzählt Silvana Schröder eine ganz flotte, wenn auch nicht immer nachvollziehbare Geschichte von den zwei verfeindeten Männern. Joker wird beim Einzug in die Stadt von beschirmten Frauen in einer Art Broadway-Tanz zu jazzigen Klavierklängen empfangen, maskierte Tänzer fahren in einer Plexiglaskugel das Objekt der Begierde herein: Red Cat, in hautengen roten Anzug mit Teufelskäppchen, auf Spitze alle überragend, kann sie aber auch wie auf Spinnenbeinen über die Bühne kriechen – tänzerisch wie akrobatisch beeindruckend von Alina Dogodina gestaltet. Und immer wieder geraten Pinguin (im Frack) und Joker (im lila Anzug) aneinander, bedrängen und belauern sich, tanzen ihren Kampf mit heftigen Sprüngen und Drehungen aus. Aber der Pinguin wird auch von Händen an langen Stangen bedrängt, von Tänzern drohend bewegt.
Das alles spielt vor einer Art Hochhaus-Skyline, mit etwas zu vielen Licht- und Farbeffekten. Die Musik, die Schröder dazu ausgewählt hat, hat oft Filmmusikformat („Mord im Orient Express“), mal Klavier, mal Trommelrhythmen, mal auch Mick Jaggers „Sympathy for the devil“. Immer ist es sehr emotionale Musik, die die gut-und-böse-Handlung vorantreibt. Und Silvana Schröder vervielfacht die Figuren: Vom Joker gibt es ein Puppen-Double, das von Spielern bewegt und von Red Cat umtanzt und umgarnt wird; aber auch den Pinguin lässt sie als Pinguinarmee aufmarschieren. Und wenn lauter Joker-Doubles mit Gesichtsmasken das romantisch tanzende Paar Red Cat und Joker umschwirren, dann ist die Bühne wie von tanzenden Comicfiguren bevölkert. So ergibt sich eine unterhaltsame Mischung von ausdrucksvollen Tanzbewegungen und in expressiven Masken erstarrten Gesichtern, auch von maskieren und demaskieren, etwa wenn der Pinguin Red Cat die letzte von vielen Masken abreißt oder der Joker sich zum Ende das Dauergrinsen wieder abschminkt.
