Dafür ist Dimitrij Simkins wandelbare Bühne aus weißen, verschiebbaren Wänden mit einer meterhohen Brücke beeindruckend. Und auch choreographisch gelingen starke Bilder. Etwa, wenn sich Jago auf engstem Raum selbst entfliehen möchte, bevor er dann doch zum Intriganten wird. Oder wenn Othello im Eifersuchtswahn seine Desdemona mit einem anderen sieht, erst ein Mal, dann zwei Mal, schließlich sechsfach verdoppelt. Herausragend ist das Abschieds-Pas de deux des unglücklichen Paars. Diese Mischung aus leidenschaftlicher Liebe und Hass, zur wunderschön-melancholischen Musik von Max Richter ist großartig. Yulia Tsoi und Armen Hakobyan – zwei ausdrucksstarke Tänzer – hauchen dem Drama Seele ein. Da springt der Funke schließlich doch über.
