Tim-Olrik Stöneberg spielt das Testosteronreservoir auf zwei Beinen, das kann er richtig gut, und tritt mit genau der Großkotzigkeit auf, wie es das Klischee vom Macho-Klatschreporter einer Sensationspostille vorschreibt. Dass aber ausgerechnet der sich in Anna, die graumäusige Kindergärtnerin verliebt, die Tiermotive auf Strickwesten und Steppdeckenschlafanzüge trägt, das kauft ihm keiner ab. Alina Wolff übertreibt es zudem arg mit dem Spröden, Kantigen und Zickigen ihrer Anna, klebt alles in allem ein bisschen zu sehr an Nora Tschirner, der Anna des Films, und findet daher wenig Eigenes, was ihre Figur überzeugender und stimmiger hätte machen können. Und dass sie zu Ludo, diesem Frauenvernascher, unter die Steppdecke krabbelt, die noch warm ist von der Vorgängerin, das hat man ihr schon auf der Leinwand nicht abgekauft. Trotzdem war „Keinohrhasen“ der erfolgreichste Kinofilm des Jahres 2007. Gut möglich, dass das Bühnenstück die erfolgreichste Produktion des Trierer Theaters der Saison wird. Die (zumeist jugendlichen und weiblichen) Schweiger-Fans werden sich die Show gewiss nicht entgehen lassen.
