Die Regie ist zudem nicht allzu sehr um Happy Endings und Heile-Welt-Strategien bemüht, sondern erzählt auf äußerst lebendige Art die Geschichte des Jungen und all der Stolperfallen, in die er tappt. Nie wird es nebensächlich, alles Handeln ist zentral. Mitunter entsteht allerdings durch das Tempo eine gewisse Hektik und auch die teils ausschweifende Parallelität der Ereignisse (Musik, Gespräch, Bewegung) droht auch die Kinder etwas zu überfordern. Dennoch wird ein großer Zauber erzeugt. Dieser entsteht auch und vor allem durch die großartigen Kostüme der Monster (Ausstattung: Franziska Rast) und das musikalische Konzept der Hamburger Band „Kante“, die nicht nur phantasievolle Songs geschrieben hat, sondern auch einen Live-Geräuschteppich erzeugt und mit ihren Sounds immer wieder Sendung-mit-der-Maus-Assoziationen hervorruft: Schwer oder quietschend klingen da zum Beispiel die Schritte der Fabelwesen, denen auch die Darsteller über Stimmen und Bewegungen viel Ausdruck verleihen.
Pascal Houdus vertritt den wilden Max mit glaubwürdiger, durchdringender Energie und vermeidet trotz der in der Figur angelegten Hyperaktivität eine darstellerische Überdrehtheit, er macht den Jungen zum liebenswerten Gernegroß, der eigentlich von Grund auf gut ist. Man hört an diesem Premierennachmittag besonders viele Erwachsene lachen und anschließend besonders lautstark die Kinder jubeln. Hier ist wildes, dramaturgisch sensibel ausgelotetes Familientheater entstanden.
