Von Schwarze fehlt nicht nur die Distanz zu ihrer eigenen Figur, sie scheitert auch an dem Versuch, die großen weltpolitischen und historischen Ereignisse in dem Familienkonflikt zu spiegeln. Die Charaktere bleiben schematisch und wirken konstruiert. So hat Günther Beelitz vielleicht den richtigen Riecher gehabt, als er drei Wochen vor der Premiere die Regie niederlegte. Der Intendant Manfred Langner hat die Inszenierung zu Ende geführt, solide, aber ohne rechten Schwung. Zäh fließen die Monologe und die blutarmen Dialoge dahin. Sara von Schwarze spielt sich selbst in den Mittelpunkt, man spürt, dass sie sich als das Zentrum des Geschehens begreift und die anderen Figuren zu Stichwortgebern degradiert. Cornelia Heise macht ihre Sache gut, sie bringt als Sabine ein wenig Leben ins Geschehen, während Wolfgang Hinze oft wie apathisch wirkt und verloren mit seinen bunten Ketten und Armbändern neben dem Sofa steht und ins Leere starrt. Bei aller Wut – letztlich raufen sie sich dann doch zusammen. „Irgendwie liebe ich dich immer noch“, sagt Ruth, nachdem sie den Vater beschimpft und beleidigt hatte. Und die Stiefmutter beendet das Stück schließlich mit einem großen, pathetischen Satz. „Vielleicht brauchst du nur ein bisschen Liebe“.
