In dieses niedergehaltene Leben knallt der junge Mann, den Peter Volksdorf als Provokateur angelt. Ständig tischt der vermeintliche Schatzsucher dem Paar neue Geschichten aus seinem Leben auf, die ihr Mitleid erheischen. Anfangs rutscht der junge Schauspieler zu stark in die Karikatur ab. Dann aber verwickelt er die beiden Menschen, die keine Perspektive mehr haben, in ein Spiel, das ihnen hilft, ihr Leben wieder zu finden. Regisseur Axel Vornam lässt sich von Hahns Anspruch einer „komischen Tragödie“ zu einer Inszenierung verführen, die innere Konflikte der Figuren verwischt. Der verbissene Kampf um den Pfirsichbaum der längst ausgezogenen Tochter – ein betörendes Sinnbild für die verlorene Zukunft – gerät zum bloßen Spektakel. Und auch der Kindergeburtstag, den das Ehepaar für den vermeintlich einsamen Mieter ausrichtet, ist zu sehr seichte Quatschparade. Hahn, die mit ihrem ersten Monolog für die Heilbronner Bühne „Die letzte Stufe“ über eine alte Frau im Jahr 2011 ihr Gespür für die inneren Abgründe der kleinen Leute so wunderbar bewies, wird dieser Ansatz nur bedingt gerecht. Die kühle Analytikerin, die in ihrer Prosa so knapp und klar erzählen kann, verliert sich oft in Geplänkel und Nebensächlichkeiten. Vornams Regie orientiert sich zu sehr am Text, als dass sie eine Konzentration auf das Wesentliche ermöglichte.
