Selbstverständlich agiert das Ensemble mit großem Spielspaß, darf Jingles basteln und den Text verjuxen. Eine miese Show auf die Bühne zu stemmen, könnte ja einen satirischen Ansatz bedeuten. Da kommt das Spiel aber zu selbstverliebt daher, fehlt die kritische Distanz, auch oder gerade, wenn alle „richtigen“ Mixturen einer Reality-Show zusammengemischt werden. Da ist der Nachrichtensprecher – eine der vielen Rollen von Björn Ingmar Böske, der hier auftrumpfen kann – die Expertenrunde, der Literaturprofessor im Rollstuhl, der Running Gag von den Feuerwehrmenschen, die im Flugzeug sitzen und bis zum Ende der Show nicht landen können. Erspart bleibt dem Publikum die Einlage von „Ring of fire“. Stattdessen singt Benedikt Paulun gleich zwei Mal sein Lied vom „Fat man“, leider lässt man ihn nicht zu Ende singen. Schade eigentlich, dass die Zeiten des Fernsehballetts vorbei sind. Ach ja, dafür haben wir die „Ghost Investigators“, nachdem es zuvor mit der Kugel der Wahrsagerin nicht so recht funktioniert hat.
Nachdem schon die sieben Benzinfässer vom Bühnenhimmel auf den „Dachboden“ herabgeschwebt sind, erscheint zum Showdown die Superfrau der Alexandra Ostapenko am Bühnenhimmel, der langsam sich rot einfärbt, weil es in den Vororten Ulms schon brennt. Es kommt, wie es kommen muss: Die Schelte auf das Frauenbild von Max Frisch, wohlfeiler Feminismus ist nun gefragt. Aber dann der absolute Overkill: Während Schmitz und Willi ihre Feuersbrunst vorbereiten, erscheint der Moderator mit Flammenwerfer und verkündet die „Apokalypse als Reset“. Das Publikum ist eingeladen, die Spieler anzufeuern. Na, denn, für die Regie des Ekat Cordes ist ja alles nur ein Spiel: Ernstnehmen gilt nicht! So viele Buhrufe für die Regie beim Schlussapplaus habe ich im Theater Ulm lange nicht mehr gehört.
