Der letzte Teil der zweieinhalbstündigen, zuweilen etwas ausufernden, aber in ihren Figurenzeichnungen ungemein sorgfältigen Inszenierung schildert die Auseinandersetzung mit den aufgenommenen Flüchtlingen. Zwischen Ablehnung und Zuwendung wechseln die Haltungen, und als das Admiralsschiff der österreichisch-ungarischen Flotte die Auslieferung der Flüchtlinge fordert, wird das zunächst verweigert. Obwohl sich Flüchtlinge und die Schiffsreisenden kräftig annähern, bleibt ein Happy End aus.
Es ist eine starke Inszenierung, die viele Szenen kräftig ausmalt und den Figuren und ihren unterschiedlichen Haltungen ausreichend Raum gibt. Was ihr gelegentlich fehlt, ist der szenische Schwung. Zwar setzt die Regisseurin auch auf Bewegung, doch setzt sich die Bedeutungserklärende Spielweise stärker durch. Immerhin verleiht der beständige Einsatz klassischer Arien und Lieder dem vom Publikum mit Begeisterung aufgenommenem Abend eine zusätzliche sinnliche Kraft.
