Bettina Bruinier, die Regisseurin der Uraufführung in Frankfurt, versucht, diese Sprechmaschinen in Theaterfiguren zu verwandeln. Sie tut das mit viel Schwung und Energie, mildert aber das Stück ab, nimmt ihm die Schärfe und Bitterkeit, verwandelt die Katastrophe schließlich in eine Groteske. Holger, der Ehemann (Viktor Tremmel), kocht wirklich, Peter, der Bildhauer (Christoph Pütthoff), rennt in seinem Frust gegen die Wände, beide Männer toben wie kleine Jungs, denen man das Spielzeug weggenommen hat. Claude de Demo ist dagegen die meist sehr kühle, andererseits manchmal sich über Kleinigkeiten maßlos aufregende Karrierefrau, nahe an der Karikatur. Die Regie und eine hektische Musik jagen die Schauspieler im Staccato durch das Stück, es gibt kaum Tempowechsel, sondern nur einen Drive, so dass man auch als Zuschauer manchmal aussteigt, nicht mehr zuhört, nur noch das Tempo wahrnimmt. So kriegt man manche bedenkenswerten Momente kaum mit. Anne zum Beispiel will angeblich die Welt verbessern, sie predigt Nachhaltigkeit, verkauft aber doch nur einen Trend.
Holger, der immer Chips in sich reinstopft, verwandelt sich am Ende in einen maßlos dicken traurigen Clown. Einmal zieht er Anne, die es nie zum Zahnarzt geschafft hat, einen eitrig-schmerzhaften Zahn. Die letzten Szenen spielt sie mit blutiger Bluse. Holger bringt sich mit einer Überdosis Schlafmittel um. Ihr kommt der Zeitpunkt seines Todes sehr ungelegen. Sie hat Erfolg, ihre Agentur hat sich durchgesetzt. „Und ich zahle den Preis dafür“.
