Das Blut Shakespeares wird, wie eingangs beschrieben, in „Shakespeare. Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige“ zuweilen theatral real. Als Ganzes bleibt die Inszenierung jedoch ein Spiel um Papierkronen. Die Ausschnitte und Verbindungen der Stücke bleiben eine Vergröberung, die Shakespeare eher reduziert als intensiviert. So überdeutlich wandeln Geister und Untote über die Bühne – vor und nach der Pause sind alle Teilnehmer des Banketts am Ende „Hamlets“ durch vergifteten Wein oder Degen tot -, dass die Aufführung fast wie ein Workshop aus den 1980er Jahren wirkt. In einer bunten Mischung aus Situationen und Szenen zeigen tolle Schauspieler großartige Auftritte, ein dramaturgisch überzeugendes Ganzes wird daraus gerade in der Reduzierung der Stücke nicht. Auch nicht durch ein irres Jazz-Solo oder einen röhrenden Mutter-Hass-Punksong Ole Lagerpuschs als Hamlet. Am ehesten hält der Affe das Menschenspiel zusammen, indem er die zentrale Frage durch seine dauernde, menschenähnliche Präsenz andeutet: Sein oder Nicht-Sein.
