Die Inszenierung von Ingmar Otto, dem Chef des Karlsruher Kammertheaters, der erstmals beim großen Nachbarn inszeniert, besticht durch Stringenz und Einfachheit. Seine Inszenierung hat Tempo, ist aber nie zu grell, zu schnell, vor allem nicht zu laut. Und er bekommt das wesentliche Problem der Vorlage in den Griff. „Spamalot“ ist nämlich eigentlich kein Stück, sondern eine Hommage, die erst durch die Projektion und Beteiligung der Fans dramatisches Gepräge erhält. Otto wirkt dem auf zwei Ebenen entgegen. Die Kostüme von Andy Besuch unterscheiden sich deutlich von denen im Film, gehen eigene Wege und behaupten erfolgreich eigene Komik. Dazu hat Otto den zweiten Teil, in dem skriptgemäß hauptsächlich Highlights aus dem Film kultisch abgefeiert werden, geschickt gekürzt, Robins Meta-Musicalnummer gestrichen und das Geschehen um das Kaninchen des Todes auf das Notwendigste begrenzt. So bekommt er – nach der Tafelrundengründung im ersten Teil – eine fast durchgängige Liebesgeschichte zwischen Arthur und der Fee aus dem See hin, von der nur kurz vor Schluss mal lustvoll, und im Thema bleibend, abgeschweift wird.
Last, but not least: Wie herrlich ist es, Musik zu machen! Zehn Musiker unter Clemens Rynkowski spielen 40 Instrumente – und man hat sie jederzeit im Blick, sieht, wie wach sie dabei sind und, noch einmal, wieviel Spaß sie haben. Wenn Unterhaltungstheater an der Staatsbühne – dann gerne so!
