Die beginnt in „Version II“ in der Nacht, in der die Frauen in ihren Zimmern im Dachgeschoss sind. Nun wird deutsch (mit deutschen Übertiteln) gesungen und ein Frauenchor übernimmt das raunende Flüstern. Wieder kommen die Boten mit der Nachricht vom Überleben, aber sie schleichen wie Verführer oder Verehrer in die Zimmer der Frauen. Und die reagieren nach dem ersten Glücksschreck durchaus unterschiedlich: Freuen sie sich über die angekündigte Rückkehr oder fürchten sie sie eher? Und wie mit der Schwester umgehen, die, so glauben sie, immer noch Witwe ist? Diese Nöte und Innenansichten dominieren den zweiten Teil, in dem der Aufmarsch der Trauergemeinde (in den Saal hinein) alle Hoffnungen und Träume beendet.
Musikalisch ist diese zweite Version nicht ganz so interessant wie Version I. Doch Marisca Mulder (Mary) und Mireille Lebel (Margaret) machen das wett durch ihre prägnante Darstellung der unterschiedlichen Schwestern. Und der junge Kapellmeister Johannes Pell am Pult des Philharmonischen Orchesters Erfurt hält die vielen musikalischen Fäden energisch und fest in der Hand. Nach zwei Stunden Bravos für den Komponisten.
