Seinen Probenspaß scheint das Detmolder Team als verrücktes Vergnügen auf die Bühne transferiert zu haben: So mitreißend, dass auch anarchische Kindereien ihren Charme entfalten. Wenn etwa heterosexuelle Frauen oder homosexuelle Männer immer wieder eine „Latte“ bestellen – und die Doppeldeutigkeit stets als Lacher (und als Lacher über den eigenen Lacher) funktioniert. Hinreißend komisch auch, wenn der „Hitler“-Darsteller als Kaffeemaschine auftritt und einen milchig aufgeschäumten kleinen Braunen in einen Becher rotzt, spuckt, rührt. Darsteller Simon Breuer verwandelt sich später auf offener Bühne vom großen Diktator zur kleinen Kostümbildnertunte – und schaut zudem im „Tootsie“-Kleid vorbei. Da Alexandra Maria Lara auf der Leinwand als junge Diva vergeblich versuchte, mit dem Leiden an der Untreue ihres Liebhabers anzurühren, amüsiert sich die Theaterinszenierung von Beginn an über diese Ich-bin-ein-Star-Tussi, überführt ihr blondinenschrilles Gequatsche in den „krass, boah, super, voll toll, echt abgefahren“-Jargon. Und auch die Rolle des hollywoodtösen Nazifilmregisseurs wird ohne Umschweife dem Gelächter preisgegeben: als Ami-Proll im Tattoo-Kostüm. Da Buck an „Rubbeldiekatz“ zusammen Anika Decker gebastelt hat, der Drehbuchautorin von Til Schweiger, gibt’s obendrauf auch noch reichliche Seitenhiebe auf dessen „KeinHirnHaben“-Filme. Ja, was ist das denn für wirklich erfrischende Haudrauf-Unterhaltung, dieser auf eine gandenlose Stunde komprimierte Theaterabend?
