Zwei Teile des Abends stammen von anderen Choreographen. Die gebürtige Niederländerin Regina van Berkel kreierte mit „Seven Images from the Dark“ eine halb komische, halb groteske, sehr gelungene Komposition mit verstörenden Albtraum- und Barockmotiven zu der Musik „Black Angel“ von George Crumb. Außerdem zeigt die Delattre Dance Company mit „Ring them Bells“ ein etwa sechsminütiges, temporeiches Pas de Deux aus dem Repertoire des Stuttgarter Hauschoreographen Marco Goecke. Das sorgte beim Publikum für viel Begeisterung, fügte sich thematisch jedoch weniger einwandfrei ein als die Choreographie Regina van Berkels, zumal Goecke das Stück ursprünglich für eine Weihnachtsgala entworfen hat. Trotzdem: Für die freie Mainzer Compagnie ist es ein ziemlicher Coup, sich einen so großen Namen auf die Fahnen schreiben zu können. Dass es sich um keine neue Arbeit Goeckes handelt, ist da vielleicht zweitrangig. Ein ambitioniert-aufwendiger Abend, der viele gelungene Formen zeigt, leider aber auch nicht ganz am Kitsch vorbeikommt.
