In einem fast leeren Spielraum, in dem vier große Papierbahnen herabhängen, sowie 12 kleine Säulen aus Wellpappe herum stehen und aus dem gleichen Material „Bücher“ (Bühnenbild: Timo von Kriegstein), konzentriert sich die Regie ganz auf das Wort. Handlungen finden nur in minimalistischer Form statt, indem ausschließlich mit diesem Material – Papier und Pappe – gearbeitet wird. Markus Campana als Maler Matt reißt als Ausdruck des Malprozesses winzige Stücke aus den Papierbahnen. Als man dann in Florida angekommen ist, donnern die Hänger mit den Bahnen herunter und die Spieler zerreißen das Papier in viele Stücke, so dass der Bühnenboden immer mehr bedeckt wird, bis Peter Wolter als Vater mit einem Laubbläser auftritt und wieder „Ordnung“ schafft. Die Wellpappensäulen verwandeln sich in den Schlitten, Bücher oder einfach in Hocker. Ansonsten wird mit den Mänteln gearbeitet, die Jessica Karge entworfen hat. Mehr Aktion gibt es nicht. Atmosphäre schafft die zwischen Dixieland und Swing changierende Musik von Moritz Gagern.
Das alles sind Mittel, die in einem Stück für Kinder ab 11 Jahren überaus gewagt sind. Diese ganz auf die Sprache und innere Bilder konzentrierende Inszenierung braucht dazu Schauspieler, die in ihrem Zusammenspiel diese Bilder beim jungen Zuschauer entstehen lassen. Boris von Poser bringt die Darsteller in eine Konzentration, die überzeugt. Nick-Robin Dietrich als Ivan, Sophie Wendt als Miss Manderby und insbesondere Lucca Züchner als Geneva bilden zusammen mit den beiden schon genannten Darstellern ein Ensemble, das nach anfänglichem Zögern zu einem starken gemeinsamen Spiel findet.
