Und die ersehnten West-Besucher kommen auch: Eine seilt sich mit Rucksack, Klampfe und Navi („Sie haben Ihr Ziel erreicht“) ab und entpuppt sich als Esoterik-Zicke aus Bielefeld (Katja Schreier), die sich im Streichelzoo den Zeh ramponiert. Dann rückt noch ein Pärchen auf dem ramponierten Hof an: Maria (Maria Weber), die Wein aus der Kaffeekanne trinkt, und Stephan (Stephan Bestier), der schattenboxt und alles knipst. Die beiden aus Mülheim wollen mal „Ostler gucken“. Dieses Personal hetzen dann Stück und Regie aufeinander. Das ist zwar nicht ganz so ostalgisch wie Cornelia Crombholz in ihrer Magdeburger „Spur der Steine“-Inszenierung, aber viel mehr Tiefe hat es auch nicht. Wenn Papa Thomas mit der Axt in der Hand über die neue „Kolonialmacht“ schimpft, wäscht Tochter Paula ihm den rückständigen Kopf. Sie pflegt, ganz zeitgeistig, statt Pionierbrieffreundschaft nun E-Mail-Kontakt. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Bald heißt es nicht mehr nur Ost gegen West, sondern die Wessis untereinander fechten ihre bis dahin unter Überlegenheit verborgenen Konflikte aus. Doch das alles bleibt sehr an der Oberfläche, die Figuren sind bloße (Stereo-)Typen und die Regie zielt allzu offensichtlich auf das Komische in dieser Tragikomödie.
