So nah Autor Laucke und Regisseur Enrico Stolzenburg dabei der Realität auch kommen mögen, man hätte sich im Konstrukt ein wenig mehr Fallhöhe gewünscht. Vor allem wenn man Soyfers absurdes Astoria vor Augen hat, in dem der Glaube an einen ganzen ausgedachten Staat den Menschen den Kopf verdreht. Da wirkt Mareschs Autohandel im Vergleich doch fast wie eine solide Idee. „Mit dem Glück darf man nicht gierig sein“, sagt Hupka. Seinen Witz und seine Brisanz erhält das Weimarer Stück vor allem durch die treffend geschriebenen und gespielten Charaktere, die stellenweise zwar haarscharf am Klischee vorbeischrammen, aber immer glaubwürdige Opfer ihrer Umstände bleiben. Es endet wie es enden musste. Als Pistoletti den psychisch etwas instabilen Paul mit von der Montage bringt und beide bei Astoria keine Arbeitsstelle finden, schlägt Paul die Wagen wütend kurz und klein. Doch das Geschäft muss weiter gehen: Gwendolin zwingt ihren Ehemann dazu, das nächste Ding abzuziehen. Und Hupka und seine Kollegen stehen wieder auf der Straße. Im Ergebnis steht ein ebenso kurzweiliger wie eindringlicher Theaterabend getragen von einer starken Besetzung und einem temporeichem Buch. Bei der Akzentuierung mancher Motive gab es hier und da zwar Luft nach oben, doch eröffnen die Macher mit dem so betitelten Stück einen sehenswerten Blick auf eine oft übersehene Thematik.
