Schindowski zeigt mit dieser letzten großen Choreografie im Großen Haus, bevor er das Musiktheater im Revier nach 32 Spielzeiten verlässt, ein typisches Werk: Als erster deutscher Choreograf hatte er vor Jahren schon Jean Genets Essay „Das kriminelle Kind“ völlig ohne Musik choreografiert. In „Winterreise“ und „Verklärte Nacht“ umtanzte sein Ensemble die Sänger ebenso dezent wie stimmig. Diesmal bleibt der Tanz der kleinen Compagnie zu stereotyp. Zu wenig konkret werden die Figuren und Emotionen sichtbar, die Flaubert so drastisch und plastisch beschreibt, nur selten spürbar die anrührenden Stimmungen zwischen Trauer, Todesangst, Verzweiflung und Ruhe, die Schostakowitsch komponiert.
