Doch darin hat das Stück, dem die Regie weitgehend wortgetreu folgt, nicht unbedingt seine Stärken – die Geschichte um Voigt, seine Schwester und deren sterbende Untermieterin ist beispielsweise arg kitschig geraten. Das witzige und zuweilen auch scharfe Spiel um bedingungsloses Kuschen und uneingeschränkte Verehrung des Militärischen und um den verzweifelten Wilhelm Voigt, der sich per ertrödelter Hauptmannsuniform kurzzeitig zum Herr des Städtchens Köpenick macht, funktionierte nur dann, wenn das preußische Ambiente, die historische Dimension dieses Zeitstückes von 1930, das auf eine wahre Begebenheit von 1906 zurückgeht, sichtbar würde. So aber kommt diese verallgemeinerte bittere Komödie trotz beeindruckendem Hauptdarsteller und eines guten Ensembles um ihn herum nicht wirklich im Düsseldorfer Schauspielhaus an.
