Das ist, vor allem in der ersten Hälfte, durchaus vergnüglich, da sich die Darsteller mit Verve und Virtuosität der Situation stellen, hier nicht mehr als Worthülsenträger zu sein. Welche Facetten Frank Wiegard aus der Rollenvorgabe eines selbstmitleidigen Jammerlappens herausholt, ist genau so ein Hingucker wie André Wagners schmieriger Verkäufercharme oder Klaus Cofalka-Adamis sportiv hingeschmetterte Blockwart-Pedanterie. Doch von Stockmanns „Szenensplittermonster“ (FAZ anlässlich der Uraufführung in Hannover 2012) bleibt nur ein zweieinhalbstündiger Abend mit grooviger Loungemusik (Christopher Brandt), dessen kabarettistische Spitzen gegen die Widersprüchlichkeit eines Lebens in einem ausbeuterischen System sich widerspruchsfrei abnicken lassen. Sicher: Theater muss keine Antworten geben. Aber ein paar Fragen, die man nicht schon im Foyer wieder vergessen hat, wären nicht schlecht.
