Musikalisch hat sich der Relaunch schon eher gelohnt. Das Mozarteumorchester zeigt unter der Leitung von Ottavio Dantone die Zwischentöne der Partitur auf. Die Phrasierungen sind sprechend, die Bläsersoli edel, vielleicht eine Spur zu dominant im Verhältnis zum Gesamtklang. Auch fehlt das letzte Feuer beim Musizieren, was auch an den häufig gemächlichen Tempi liegt. Aber die Salzburger verfügen über eine hohe Klangkultur und modellieren die Details. Auch die Neubesetzung hat der Produktion gut getan. Michael Volle ist als kraftvoller, aber immer geschmeidig bleibender Don Alfonso Herr des Geschehens. Dass sich der begnadete Sängerdarsteller szenisch zum Affen machen muss, schmerzt dann aber doch. Mit dem ebenmäßigen, warmen Mezzo von Angela Brower und dem auch in der Tiefe tragfähigen, kraftvollen, nie forcierten Sopran von Julia Kleiter sind die Partien von Dorabella und Fiordiligi ausgezeichnet besetzt. Mauro Peters Ferrando hat viel Licht und gegen Ende auch ein wenig Schatten. Alessio Arduini ist ein eher dezenter Guglielmo mit Luft nach oben. Und Martina Janková bringt als Despina auch szenisch zumindest ein bisschen Leben in die Bude. Die großen Ensembles werden zu musikalischen Höhepunkten, da sich hier die Stimmen auch mit dem Orchester ausgezeichnet mischen.
Den Schluss der Oper versucht Bechtolf noch zu dramatisieren, wenn zum vermeintlichen Happy End die Protagonisten in alle Richtungen von der Bühne rennen. Aber das nimmt man ihm nach dieser biederen „Così fan tutte“ einfach nicht mehr ab.
