Baron konzentriert sich ganz auf die Interaktion dieser Welten und bringt sie dramaturgisch auch an ein in sich stimmiges Ende, wenn zum Schluss das alte Paar diskret vor der krepierenden „Wirklichkeit“ flieht. Doch diese allzu eindimensionale Bildwelt erstickt Sciarrinos differenzierte, am Rande des Nichts sich bewegende Musik, die nicht Illustration, Handlung oder Konzept braucht, sondern Raum zu Wirken. Auch die vielgeliebte Videoebene löst das Problem nicht: die zwei großen Videoportraits, die das alte Paar ganz ungeschminkt von der Leinwand blinzeln lassen, tragen nicht zur Vertiefung, sondern vielmehr zur ultimativen Verflachung der in Sciarrinos Musik angelegten Dimensionen bei. Wie vom Ballast befreit atmen die letzten Takte auf, als – wie im Kammerkonzert – nur noch das Trio im Raum übrig bleibt, das Echo selbst zur Stimme wird und schließlich in einem scheinbar endlos abwärts glissandierenden Ton dahinstirbt.
