Auf der Suche
Er verortet den Abend in der „Denkfabrik“ des Sokrates, in der die Stücke des Aristophanes fragmentarisiert und neu gemixt werden, in der Leerstellen gefüllt und auch die Textgenese befragt wird. Daniele Pintaudi musiziert nicht nur, er kommentiert und dirigiert das Geschehen vor der Bühne stehend, wendet sich direkt ans Publikum. Bis wann hat man es noch mit dem eigentlichen Stück zu tun? Wo beginnt etwas vollkommen Neues? Die Figuren, die in ihren weißen Overalls und weiß bemalten Gesichtern durch den Raum geistern wie Wiedergänger antiker Schauspieler, sind nach eigener Aussage „auf der Suche nach Heilung und Wissen“. Und „dem Vorsprung durch Erkenntnis!“ Eine universelle Suche, eine, die kein Ende hat. Zu Beginn kommt ein Neuer in diesen Think Tank. Elias Eilinghoff muss sich erst zurechtfinden, Barbara Melzl nimmt ihn unter ihre Fittiche und erklärt ihm die Regeln dieser Parallelwelt, in der Mareike Beykirch als Sokrates über den Dingen schwebt und Fragestunden veranstaltet und in der „Lüften das Geheimnis des Erfolges“ ist. In der man im einen Augenblick Sirtaki tanzt und im nächsten zur Telegym flattert. Alles ziemlich schräge Vögel hier.
Luz entwirft einen Ort der Debatten, die allzu oft ins Leere führen und einfach im Raum schweben bleiben wie die Luftkissen, denen irgendwann die Luft ausgeht. „Die Welt ist eine reine Konstruktion von Ideen“, heißt es einmal. Und das gilt auch für diesen Abend. Irgendwie ist alles drin. Ganz nebenbei ist er immer wieder sehr aktuell. Und irgendwie schwebt er dennoch über den Dingen, bleibt unverbindlich. Flüchtig, wie Luz sagen würde. Vielleicht hie und da ein wenig zu flüchtig. Wie eine Wolke, verdichtete Luft. Ein Museum schöner Momente, ein Wolkenkuckucksheim eben.
