In Regensburg verkörpert Susanne Berckhemer diese Bankenlady voller Inbrunst der Unschuld: Sie lacht gern, diese Betrügerin, weil sie von sich selbst ehrfürchtig entzückt und der alleinige Richtwert im Bühnen-Dax ist. Auf sie richtet sich alle Handlung aus, Sperrs Geschichte verstrickt sich kaum in Nebenhandlungen. Bleiziffers Inszenierung unterstreicht das, richtet bewusst sämtliche Nebenfiguren auf sie hin aus, so dass die oft nur zu Chargen ohne großem Eigengewicht werden, irgendwo zwischen kommod und schrill, wie man das vom Bauerntheater so kennt. Dennoch können sich Michael Heuberger als fieser Wirt und baldiger Spitzeder-Intimus und die großartige Janina Schauer als selten trampeliges Spitzeder-Betthupferl Emilie daraus hinausspielen. Alles zusammen ergibt ein erbauliches Sommertheater, das erstrangig der Unterhaltung gewidmet ist, als süffiges Geschichtsbild mit subtiler Unterströmung. Und siehe da: Bauerntheater kann ganz moderne Themen transportieren. Man muss sich nur trauen.
