Mit Schals, Tüchern und Perlenvorhängen an improvisierten, gelegentlich hakenden Zügen deuten Johannes Weigand und sein Bühnenbildner Moritz Nitsche auf dem überbreiten Brettl des Kleinen Schauspielhauses plastisch Schauplätze an. Das siebenköpfige Ensemble aus Sängern, Schauspielern und Statisten agiert leidenschaftlich und harmoniert hervorragend. Das durch Klavier, E-Gitarre und Sampler verstärkte Orchester bewältigt die vielen Wiederholungen und Varianten dieser elektronisch aufgeladene „Oriental Minimal Music“ problemlos.
Auch wenn sich die vielen verschiedenen Flicken nur bedingt zum Teppich knüpfen lassen mögen, ist „Insan.Insaat.Istanbul.“ eine ernsthafte und spielerische Suche nach neuen Formen – als Abschluss des „türkischen Monats“ und als Vorbote der kommenden „türkischen Spielzeit“ am Theater Wuppertal mit mehreren Großprojekte mit türkischer Musik, darunter unter anderem eine Märchenoper und ein Oratorium von Fazil Say.
