Aus der Redaktion: Tschüss, Uli Khuon!

Von Detlef Brandenburg am 08.02.2021 • Bild: Detlef Brandenburg
Das Bild zeigt: Ulrich Khuon beim Interview im Deutschen Theater Berlin

Nach Jahren gemessen, erscheint die Amtszeit von Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins von 2017 bis 2020, eher überschaubar. Viele seiner Vorgänger haben es länger ausgehalten auf diesem verantwortungsvollen Posten, dessen Hauptaufgabe die Vertretung der Interessen der deutschen Theater gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit ist. Es war ja auch eine Notsituation und nicht das Ergebnis zielstrebiger Planung, als Khuon, im Hauptberuf Intendant des Deutschen Theaters Berlin, 2017 Präsident wurde. Seine Vorgängerin Barbara Kisseler war nach einer schweren Erkrankung verstorben, und Ulrich Khuon sprang ein. Aber es war schon bemerkenswert, wie fraglos und schnell sich im Bühnenverein die Überzeugung dursetzte, dass genau er und kein anderer den Job machen musste. Und in der Tat: Ulrich Khuon hat den Bühnenverein in den wenigen Jahren in bemerkenswerter Weise geprägt, hat ihn geöffnet hin zu anderen Interessengruppen, hat Positionen bezogen in gesamtgesellschaftlichen Debatten verschiedenster Art und war intern ein zugewandter, immer ansprechbarer Kämpfer für die Theater.

Im vergangenen Herbst habe ich Uli Khuon am Deutschen Theater in Berlin besucht und er hat in einem großen Interview ein Resümee seiner ereignis- und ertragreichen Amtszeit gezogen. Damals hat mich Hannes Richter, beim Deutschen Bühnenverein für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media zuständig, mit einem Kamerateam begleitet. Unter anderem mit dem Material aus dem Interview entstand dann dieser Abschieds- und Dankesfilm an einen Präsidenten und Theatermann, der die Liebe zum Theater zu seiner Lebensmaxime gemacht hat. Hier stellen wir den Film auch nochmal auf unsere Homepage, vielen Dank, dass das möglich ist! Denn auch DIE DEUTSCHE BÜHNE verdankt Uli Khuon viel: eine große Solidarität und vor allem viel Unterstützung in all den Projekten, die wir in den letzten Jahren initiiert haben. So gibt dieser schöne Film von Hannes Richter auch uns die Gelegenheit, Uli Khuon noch einmal Tschüss zu sagen und uns für eine bereits lange vor der Präsidentschaft beginnende, stets vertrauensvolle, ertragreiche und menschlich, bereichernde Zusammenarbeit zu bedanken.