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Buddeln und Plantschen „Die Wahlverwandtschaften“ openair in Leipzig Liegestühle, Mini-Palmen, Gartentisch und -stühle, ein kleines Gewächshaus, ein aufgeschüttetes Erd-Viereck: Vor dem Gohliser Schlösschen ist eine Sommeridylle aufgebaut. Hier spielt das Leipziger Centraltheater als Sommertheater „Die Wahlverwandtschaften“ wohlweislich „nach Goethe“. Und zunächst erscheint das Idyll auch als solches: Charlotte (Barbara Trommer) trägt Blumen ins Gewächshaus, Eduard (Andreas Schmidt-Schaller) räkelt sich sonnenbebrillt auf einem Stuhl. Dann betritt ein junger Mann in höfischem Rock die Szene und erklärt den Zuschauern, die Figuren die sie sehen. Dieser „Mittler“ (Grégoire Gros) wird sich immer wieder ins Spiel einmischen: Mal liest er mit Maske und bloßem Oberkörper einen Brief über Ottilie (Sarah Franke) vor, bis diese den Text über sie selbst übernimmt. Oder er wirft Tennisbälle auf die Szene, mit denen Eduard und der Hauptmann (Matthias Hummitzsch) natürlich Fußball spielen. Vorher gab es schon Achtung WM! zum Geburtstag schwarz-rold-goldene Halsketten aus dem Fußball-Fanshop. Mit solchen Äußerlichkeiten motzt Swentja Krumscheidt ihre Inszenierung der „Wahlverwandtschaften“ immer wieder auf, mit denen sie offenbar nicht viel anfangen kann. Die Gefühlsverkettung und -verwirrung, die ja etwas von einer Versuchsanordnung hat, wird mal in Dialogen, mal in nacherzähltem Text aufgesagt und nicht immer wird der Goethesche Text gut gesprochen. Die Regie wirkt manchmal fast hilflos, kann mit den großen Gefühlen weder umgehen noch sie analysieren stattdessen wird gealbert. Da wird in der Erde gebuddelt, mit Wasser geplanscht, bietet ein „Obdachloser“ mit falschen schiefen Zähnen dem Publikum die Straßenzeitung „Kippe“ an, tropft eine Summertime-Melodie aus den Lautsprechern, tanzt Eduard wie ein Althippie durch die Szene. Näher bringt dieser Aktionismus die Figuren nicht, auch nicht beim aufgepappten, fahlen Happy End, das durch nichts hergeleitet wird. Nach gut zwei Stunden freundlicher Beifall von erschreckend wenig Zuschauern bei dieser vierten Vorstellung. |
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