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Lauter Episödchen Das Auftragswerk als Wundertüte des Spielplans: Eine gesellschaftlich rumorende Problematik wird vorgegeben mit Lob und Preisen drangsalierte Nachwuchsautoren dürfen ihr hinterherschreiben. Um so Zeitgenossenschaft des Theaterschaffens herzustellen, wurde in Oldenburg das Thema Wirtschaftskrise mit dem Jungdramatikerduo Andreas Sauter / Bernhard Studlar besetzt. Das Uraufführungsergebnis hat das Publikum herzlich amüsiert, aber auch die Frage aus Sauters Manifest der szenischen Schreiberzunft, „10 Wünsche für ein künftiges Autorentheater“, ins Gedächtnis gerufen: „Wozu heutige Texte, die schlechter und teurer sind als Shakespeare?“ Denn eine nur von „Qualitätsgeilheit“ (Sauter) besessene Dramaturgie hätte „Geld her damit“ schwerlich dem Bühnenlicht ausgeliefert. Die 78 eher locker collagierten denn miteinander verwobenen Szenenskizzen sind amüsierte Reaktionen auf Alltagsbanalitäten unspektakulär wie einst der Lindenstraßen-Realismus. Der Einfluss ökonomischen Gekrisels wird beispielsweise so verdichtet, vertieft, erhellt, indem eine Gattin zum Gatten sagt: „Seit du arbeitslos bist, denkst du nur noch ans Geld.“ Zu erfahren ist: Eine kranke Ideologie wie die des unbegrenzten Wachstums macht krank, Moral und Menschlichkeit verkommen. Da Geldbesitz kein Glück gebiert, regen Sauter/Studlar in den beiden finalen Szenen an, Glücksbestrebungen ins Private zu verlagern: näher ranrücken an den Nachbarn oder ein Kind in die Welt setzen. Wie der Schlichtheit dieses unfertig wirkenden Episödchen-Puzzles trotzen? Mit der von Sauter geforderten „verantwortungsvollen Umsetzung“. Also erst einmal mutig draufloskürzen. Und dann: Ihr Auftritt K. D. Schmidt. Er blendet in einer improvisatorisch lockeren Spielsituation die Szenen mit temporeicher Eleganz ineinander, spitzt sie mal komödiantisch, mal kabarettistisch, mal grotesk zu, lässt klischeehafte Figurenzeichnungen ironisch ausspielen, einige angedeutete Situationen psychologisch genau entwickeln. Die sieben Schauspieler switchen mit ungeheurer Präzision zwischen 33 Rollen hin und her: Ensembletheater vom Feinsten. Dazu ein sinnträchtiges Bühnenbild (Thomas Drescher), dieser spröde, aus billigem Holz grob gezimmerte Saal ohne individuelle Gestaltung ein Modell der Normierung des modernen Ikea-designten Lebens. Die auf die Form reduzierte Trostlosigkeit erinnert an Liam Gillicks minimalistischen Ansatz, mit dem er den deutschen Pavillon der 53. Biennale in Venedig gestaltet hatte. „Wie kann unser Autorenrumoren konstruktiv werden?“, fragte Sauter. Antwort: Wenn Theater darauf mit solch überlegener Regie- und inspirierter Darstellerkunst reagieren wie in Oldenburg. Andreas Sauter/Bernhard Studlar: Geld her damit |
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