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Geplatzte Träume Jan Neumanns „Herzschritt“ in Gera „Das kann es nicht gewesen sein mit deinen Ex-Männern!“ Das hämmert Mutti ihrer Tochter Ursula so oft ein, bis die den Satz stumm nachsprechen kann. Dabei ist sie schon 40, hat einen Beruf aber eben keinen Mann. Und solange das so ist, hockt Mutti (Ursula Staack) mit auf dem Doppelbett, guckt Fernsehen und plappert von Männern, vom Urlaub mit der Tochter, vom gemeinsamen Leben in einer Wohnung. Dabei ist sie genauso abhängig von der Nähe zu Ursula (Anne Keßler) wie diese sie verzweifelt aufzubrechen versucht. Lebens- und Rollenbilder, geplatzte Träume, Abhängigkeit und Abwehr daraus hat Jan Neumann einen kurzen, dichten Theatertext gemacht: „Herzschritt“. Und Amina Gusner, neue Schauspieldirektorin am Theater Altenburg-Gera, hat das Stück, nach einer eher zwiespältigen „Nibelungen“-Inszenierung, als ihre zweite Regiearbeit auf die „Bühne am Park“ in Gera gebracht. Johannes Zacher hat dafür einen großen (Sand-)Kasten gebaut, mit Rasen ausgelegt, Doppelbett und drei Stühle sind das karge Mobiliar. Hier klingen melancholische Songs in die Szenen der kleinen Einsamkeiten, in Leben, die dominiert sind von der Devise „Hauptsache, einer ist da und man ist nicht allein“. Auch die Freundin Sabine (Mechthild Scrobanita), die die Reihenhaus-Enge in wunderbar verschrobene Sätze kleiden kann, lebt schließlich auch nur für Mann und Sohn. Diesem Muster versucht Ursula, zwischen ewiger Diät und Spaghetti aus dem Topf fressen, zu entrinnen und hat doch nichts anderes als die Sehnsucht nach dem „kleinen, großen Glück“ für ihr Leben. Und als sie dann endlich Josef (Rüdiger Rudolph) findet, will der allein sein, was sie nicht kann. Amina Gusner und ihr Ensemble zeigen das dicht, ohne Schnörkel, traurig und mit einer Komik, die die Figuren nie an die Lächerlichkeit verrät. Jan Neumann: Herzschritt |
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