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„Zukunft für immer“

Martin Heckmanns Theaterprolog zum Spielzeitauftakt in Dresden
Von Ute Grundmann


„Plötzlich spielte sich das Theater auf den Straßen ab. Wir waren zu harmlos für die Verhältnisse draußen.“ „Wir“, das sind die Mimen des Staatsschauspiels Dresden, die 1989 zu spüren bekamen, dass ihr Publikum nun im Alltag genug Theater hatte. So stellen es die Schauspielerinnen Hannelore Koch, Regina Jeske und Helga Werner in einem „Theaterprolog“ von Martin Heckmanns fest, mit dem dieser sich als Hausautor und Dramaturg vorstellte und die erste Saison von Intendant Wilfried Schulz eröffnete.

Im Großen Haus ist der Vorhang geschlossen: ein altmodischer, samtener, mit Troddeln verzierter Vorhang. Genau, samt Troddeln, sehen die Kleider von A (Koch) und C (Werner) aus, B (Jeske) kommt als Cowgirl daher. Sie sprechen über Frauenrollen und ihre Rolle als Frau, mancher Satz könnte von Oscar Wilde stammen oder aus dem richtigen Leben. Heckmanns hat mit Helga Werner, Regina Jeske und Vera Irrgang (die krankheitsbedingt aussteigen musste) gesprochen: über Dresden und ihr Theater, über Leben und Rollen, Erinnerungen und Erfahrungen. Daraus ist ein Ein-Stunden-Stück entstanden, „Zukunft für immer“, das sich als Theater-im-Theater-Spiel immer weiter dreht.

Inszenierungen von Horst Schönemann („Guten Morgen, Du Schöne) und B.K. Tragelehn („Die Umsiedlerin“) klingen da herein, aber auch Fragen des Alter(n)s und danach, was einem Schauspieler an Leben bleibt, wenn er alles in seine Rollen gibt. Das ist mal schnoddrig („Ich habe möglicherweise meine Aura verloren.“ – „In der Maske lag was rum.“), mal Beckett-knapp („Den Tod gibt es.“ – „Ach, den.“), kommt aber immer ohne Schauspielerschnurren aus. Die junge Regisseurin Simone Blattner und ihre drei Protagonistinnen halten die Fäden fest in der Hand, gespielt wird sparsam und auf kleiner Fläche. Allen zusammen ist mit dieser Uraufführung eine kleine, witzig-nachdenkliche Hommage ans Theater gelungen, die mit dem Versprechen endet „Wir werden es wieder tun“.



Martin Heckmanns: Zukunft für immer
Staatsschauspiel Dresden. Uraufführung: 12.9.2009
Informationen und Termine: www.staatsschauspiel-dresden.de