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Opel in der Oper René Polleschs neuer Streich in Stuttgart „Wann erreicht Opel das Theater?“ ist die meistgestellte Frage dieses kurzen Abends. In einem Gebäude für französische Mehrfachtür-Boulevard-Komödien (Bühne: Janina Audick), das auch als Hotel bezeichnet wird, treffen sich nach anfänglicher Beschallung wie bei einem altehrwürdigen Musical sechs Personen zum futurologischen Kongress. Darunter ist auch ein gewisser Harald Schmidt alias Professor Trottelreiner. Jenseits der schwammigen Lokalität, bei der die Stockwerke bzw. die Vorderwand durch Druck auf die Regenrinne schon mal um ein halbes Stockwerk nach oben oder unten verschoben werden, geht es jedoch vor allem um theaterinterne Probleme. Titelfigur in „Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Hedley Lamarr“ ist ein Theaterchor, der für die Protagonisten einzuspringen bereit ist. Immer wieder bilden die sechs oder einige von ihnen den arbeitswilligen Chor oder stellen sich ihm als Schauspieler entgegen, die gar nichts von einem freien Arbeitsabend wussten. René Pollesch schreibt mit dem Stück weiter an seinem theaterkritischen Gesamtwerk fort. Zuletzt hatte es noch an der Berliner Volksbühne geheißen: „Ein Chor irrt sich gewaltig“. Damit lässt er das Ensemble einerseits gegen die vermeintlich politischen Theaterchöre anspielen (wie sie im selben Haus von Volker Lösch eingesetzt werden da scheint es für Pollesch nur eine Frage der Zeit, bis Opelchöre im Theater oder gar in der Oper auftauchen werden); andererseits nutzt er dabei das klar umrissene, Einzelfiguren im Theater sprengende Potential des Chores. In seiner Kritik des traditionellen Nachahmungstheaters ist Pollesch inzwischen so weit, dass er und seine Darsteller neben den dauernden Illusionsbrüchen bei einer Vielzahl von Anspielungen (etwa auf Filme wie die „Nackte Kanone“ oder die Marx Brothers in einer engen Schiffskabine) über die Parodie des nachäffenden Theaters schon fast wieder bei einer Handlung angekommen scheint. Die gesellschafts- und theaterpolitischen Diskurse sind nun im Figurenpotpourri jedenfalls zurückgedrängt, die Spielweise der Stuttgarter Schauspieler ist weniger ausgefallen und intensiv als von „führenden“ Pollesch-Spielern wie Sophie Rois. Ob das eine Aufweichung der strengen Schule ist, bleibt abzuwarten. Bemerkenswert ist, dass die geistreichen und darstellerisch dankbaren Theaterverweigerungen in Stuttgart im großen Haus vor einem amüsierten Abonnenten-Publikum ablaufen. René Pollesch: Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Hedley Lamarr |
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