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Hintergründiger Theaterspaß Uraufführung von E. T. A. Hoffmanns „Prinzessin Blandina“ in Bamberg In diesem Jahr feiert die Stadt Bamberg die Zweihundertjahrfeier von Hoffmanns Wirken in der fränkischen Universitätsstadt. Aber nicht das städtische E. T. A. Hoffmann-Theater wagte die Uraufführung, sondern das Brentano-Theater, allerdings nicht im intimen Rahmen dieses Privattheaters von Martin Neubauer, sondern im Festsaal des Bistumshauses St. Otto. Der Blick auf die offene Bühne mit Flügel, diversen Requisiten und projiziertem Hoffmann, ließ zunächst Schlimmes befürchten, aber nach kurzem, hoffmannesk-wortreichem Vorgeplänkel schloss sich der Vorhang und das Spiel begann davor. Von der Bühne selbst, hinter dem Vorhang, waren dann nur noch Kommentare der Schauspieler („eine modifizierte Turandot“) und des Direktors („Soll ich auch noch für Bären aufkommen?“) zu vernehmen, während auf der Vorbühne die vier Schauspieler in mehr als fünfmal so viele Rollen schlüpften, um die Geschichte von der männerfeindlichen Prinzessin Blandina im Machtgefüge ihres mit Typen der Commedia dell’Arte besetzten Hofstaates und ihrer Werber, als Kämpfer gegen einen Mohrenfürsten, turbulent zu entwickeln. Mit enormer Wandlungsfähigkeit setzten Dorothea Schreiber (besonders virtuos in der Hosenrolle des Dichters Roderich), Stephan Bach, Robert Ludewig und Martin Neubauer Hoffmanns Spiel rund um das Theater, um sein Selbstverständnis, um Rollenidentität und Subtext, Hinterfragung und Kritikfähigkeit, virtuos um. In der akribischen Inszenierung von Carl Herbert Braun war kaum ein Wort gestrichen. Das zum Teil von weit her angereiste Publikum folgte der pausenlosen, zweistündigen Uraufführung gespannt, aber auch mit zahlreichen Lachern. Hoffmanns Komödie erweist sich als Antizipation von Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“ . Auf weitere Realisierungen darf man gespannt sein. E. T. A. Hoffmann: Prinzessin Blandina |
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