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Dicht, mit Einbrüchen Franz Grillparzers „Medea“ in Weimar König Aietes (Detlef Heintze) läuft hektisch zwischen lauter Plüschschafen hin und her, malt ihre Rücken golden an. Was erst mal putzig aussieht, wird zum Symbolbild, wie der Herrscher das geraubte Goldene Vließ durch Vervielfältigung vergessen machen will. Solche starken Bilder findet die junge Hausregisseurin Nora Schlocker immer wieder, die am Deutschen Nationaltheater Franz Grillparzers „Medea“ inszeniert hat. Zu sehen ist die selten gespielte, dreistündige Trilogie, in der vor der Medea-Tragödie „Der Gastfreund“ und „Die Argonauten“ stehen. So erfährt man die Vorgeschichte, den mit Mord verbundenen Raub des Vließes, den Rachefeldzug der Argonauten, der Jason und Medea aufeinandertreffen lässt. Das hat Nora Schlocker, nach zwei Produktionen im ewerk zum erstenmal im Großen Haus, dicht, wenn auch nicht ohne Einbrüche in Szene gesetzt. Der Musiker (Jens Thomas), der summend und trommelnd durch die Szenen geht, ist überflüssig. Und dass sich Aietes, erst lässig, dann furchtsam-getrieben, vor Jason als komischer Alter geriert, passt nicht so recht. Im Mittelpunkt die sehr junge Medea von Marie Burchard, barfuß, im glitzernden Zauberkleid. Sie kann trotzig mit dem Fuß aufstampfen und düster prophezeien, „Och Mensch“ maulen und den hohen Grillparzer-Ton treffen. Als sie dann mit Jason und den Kindern, tütenbepackt, an Kreons Hof Schutz sucht, ist sie schon, auch in der Sprachlosigkeit mit Jason, erstarrt. Wütend-ungläubig erlebt sie, wie Kreon (Christian Ehrich) Handschuhe anzieht, ehe er ihre Kinder berührt; wie Glauke, Herrschertochter wie sie, sich um sie bemüht und doch zugleich als „Barbarin“ vorführt. Das Ende kommt dann mit der kalten, erschreckenden Beiläufigkeit, die Nora Schlocker an Kreons Hof herrschen läßt. Franz Grillparzer: Medea |
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