Eine Perspektive für die Oper Köln

Endlich! Nach immer neuen Aufschüben ist nun die Entscheidung gefallen, die die Kölner Opernkünstler und -freunde schon lange erhofft haben: Die Oper bekommt das Staatenhaus in Deutz als Ausweichspielstätte für die Zeit, in der sie wegen der verschleppten Sanierung weiterhin aus ihrem Heimathaus ausgesperrt sein wird. Nach all den Turbulenzen um die für November geplante und dann bestürzend kurzfristig geplatzte Wiedereröffnung ist das wirklich eine gute Nachricht aus Köln und eine Perspektive für das gebeutelte Opernhaus. Durch die Verhandlungen mit den Anbietern der beiden konkurrierenden Ersatzspielstätten, BB Group und MMC Studios, konnten die Kosten für das Interim sogar noch mal  gesenkt werden. Sie sollen jetzt insgesamt bei rund 18 Millionen Euro liegen.

Opern-Intendantin Birgit Meyer äußerte sich denn auch sehr zufrieden: „Ich freue mich über die Entscheidung für das Staatenhaus und bin dankbar für das Vertrauen, das Politik und Verwaltung der Oper damit schenken. Ich werte die Entscheidung auch als ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Oper in dieser Stadt.“ Das Staatenhaus sei angesichts der Notsituation der Oper Köln „die künstlerisch bestmögliche Variante“.

Wann und wie der Spielbetrieb dort weitergehen wird, soll Anfang Oktober bekannt gegeben werden. Die Kölner Oper bekommt damit – in einem durchaus stilvollen, denkmalgeschützten Bauwerk aus den 1920er Jahren, zwar auf der anderen Rheinseite, dort aber attraktiv gelegen in unmittelbarer Nachbarschaft zwischen Messe und Innenstadt – eine Spielstätte, in der Birgit Meyer den für 2015/16 geplanten Spielplan weitgehend umsetzen kann, und der auch fürs Publikum ein attraktives Ambiente bietet. 2011 hatte hier die szenische Uraufführung von Karlheinz Stockhausens Musiktheater-Megawerk „Sonntag aus Licht“ stattgefunden. Das hatte gut geklappt und war sowohl beim Publikum wie auch in der Fachpresse ein international wahrgenommener Erfolg unter der Intendanz von Birgit Meyers Vorgänger Uwe-Eric Laufenberg.

Detlef Brandenburg